Falknertagung der Sachsen 2014

Wie so oft hielten wir auch in diesem Jahr unsere Herbsttagung in Machern ab. Die Unterbringung im Schloss bzw. im Kavalierhaus ist ziemlich kostenintensiv. Unser früheres Quartier "Forsthaus Dröschkau" mussten wir leider aufgeben, weil die Anfahrt zu den Revieren in die Leipziger Tagebaue zu weit war. Am 14.11. dieses Jahres trafen sich leider nur 14 Falkner in Machern mit drei Habichten, fünf Harris-Hawks, einem Wanderfalken und einem Adler. Als einziger "Ausländer" kam Herbert Habicht mit seinem weißen Namensvetter.
Am Freitag gab es die wichtigsten Mitteilungen von unserem Vorsitzenden Frank Börner. Zur Ordenstagung des DFO in Niedernhausen waren fünf Teilnehmer aus Sachsen vertreten. Wie immer war alles gut organisiert und es gab auch reichlich Niederwild. Es kamen 99 Kanin, 12 Hasen, 1 Fasan, 1 Fuchs und 30 Krähen zur Strecke. Die Sachsen waren mit fünf Beizvögeln vertreten. Robby Grabowsky brachte es auf 4 Krähen und eine Elster. Als neuer Vorsitzender des DFO wurde Hans-Albrecht Hewicker gewählt. Im Vorstand des DFO gab es noch weitere Änderungen.
Als neues Mitglied wurde Leonhard Kindermann einstimmig in unseren Verband aufgenommen. Ich hatte in der letzten Zeit eine ganze Menge Videos von unseren Zusammenkünften aufgenommen und digitalisiert. Obwohl die Qualität zu wünschen übrig ließ, fanden sie viel Beifall. Durch das Auftreten der Hasenpest im Revier Zwenkau gab es Schwierigkeiten bei der Reviereinteilung für den nächsten Tag.
Am nächsten Morgen war um 9:15 Uhr der Appell angesetzt. Es waren noch ein paar Falknerinnen und Falkner mit Habicht, Saker und Wanderfalke dazu gekommen. Unsere Gruppe mit den Harris-Hawks wurde zum Kulkwitzer See eingeteilt. Es ist ein gefluteter Tagebau mit zahlreichen Erholungsgebieten. In den Bungalowsiedlungen waren die Kaninchen einst in Massen vorhanden. Inzwischen sind sie selten geworden und die Aussagen der Revierpächter, dass es wieder allerhand gäbe, bestätigten sich leider nicht. Wir waren mit zwei gut suchenden Hunden ausgerüstet und hatten ein Frettchen dabei, das leider auch nicht zum Einsatz kam. Als einzige Beute kam eine Maus zur Strecke. Wolfgang Schüßlers Harris hatte sie in der freien Folge geschlagen.
Meinen Wanderfalken hatte ich unverhaubt auf der Hohen Reck im Hotel zurück gelassen. Da ohnehin nicht mehr mit Beute zu rechnen war, wollte ich meinen Falken wenigstens noch auf`s Federspiel fliegen. Wir kamen auch noch rechtzeitig vor Sonnenuntergang am Hotel an und ich postierte den Falken auf dem Block in günstiger Position und schwenkte das Federspiel. Er flog auch bald ab, ignorierte aber die Atzung und verschwand in der Ferne. Ich hatte ihm zwar den Sender angelegt, aber festgestellt, dass der Empfänger nicht mehr funktionierte: Beim Transport im Auto war er versehentlich angestellt worden und die Batterie leer. Ich machte mir gerade Gedanken, wo ich einen geeigneten Akku her bekommen könnte, als der Falke in großer Höhe auftauchte und hoch über mir Kreise zog. Ich schwenkte das Federspiel und schrie aus Leibeskräften. Der Falke suchte den nächsten hohen Anwartepunkt und das war der benachbarte Kirchturm. Er ließ sich auf der Wetterfahne nieder. Ich kannte seine Besonderheiten und legte das Federspiel auf den Atzblock. Im Fernglas sah ich, wie der Falke nickte und bald aus seiner hohen Warte abstrich. Er schlug das Federspiel, nahm es ein Stück mit und verlor es wieder, machte noch einen Rundflug und ließ sich darauf nieder. Ich war froh, meinen Vogel wieder zu haben.
17:30 Uhr war Strecke legen. Es lagen sechs Krähen und ein Fasanengockel auf dem Rasen. Robby Grabowsky hatte mit seinem Harris vier und Meik Schulz mit seinem starken Habichtsterzel zwei Krähen erbeutet. Ganz besonders freuten wir uns über den Erfolg unseres Vorsitzenden Frank Börner, der mit seinem Habicht einen Fasan zur Strecke legte. Den Abend verschönerte uns die Rodauer Bläsergruppe. Das Buffet war reichhaltig und gut. Trotz fehlendem Beizwild eine gelungene Tagung.
Klaus Richter, Schriftführer DFO-LV Sachsen